Oft sieht man farbige Stempelmotive, die mit alkoholbasierten Stiften koloriert wurden.
Ich hingegen bin ein Fan von wasserbasierten Filzstiften und liebe die Clean Color Real Brush Stifte von Kuretake.
Hier berichte ich Dir, warum das meine Favoritenstifte sind, was Du beachten solltest und welche heißen Tipps ich für Dich habe.
Was macht die Clean Color Real Brush so besonders?
Nun, da ist zum einen die Spitze der Filzstifte: sie besteht aus einer flexiblen Pinselspitze mit feinen Haaren aus Synthetik. Damit kannst Du sowohl superfeine Linien und Punkte ziehen (dafür senkrecht halten und nur leicht aufdrücken) als auch breite Linien, wenn Du den Stift fester aufdrückst und leicht schräg hälst. Und sie ist sehr langlebig! Ich arbeite seit Jahren mit den Stiften und mir ist noch keiner ausgefusselt.
Die Farbstifte sind unglaublich farbintensiv und lassen sich sehr einfach auftragen, verblenden, mischen und aufhellen. Selbst kleinste Motive kann man dank der superfeinen Spitze problemlos einfärben. Die Farben sind wasserlöslich und schlagen – im Gegensatz zu Alcoholmarker – nicht durch’s Papier durch.
Dann ist da die Wahnsinns-Auswahl an Farben! Aktuell gibt es 170 Farben (plus einen transparenten Blender-Pen) – da bleibt wirklich kein Wunsch offen! Mit dabei sind sowohl Neon-Farben, als auch kräftige Farbtöne, Pastellfarben und sog. Muted Colors (abgetönte Farben), die besonders bei Naturmotiven zum Einsatz kommen.
Brauchst Du alle? Nein, natürlich NICHT! Die Stifte bzw. Farben lassen sich wunderbar untereinander mischen und verblenden, sodass immer wieder neue Farbtöne entstehen.
Tipps für die Farbauswahl
Man neigt dazu, für einen ersten Einstieg einen Regenbogen an Farben zu kaufen. Das ist nicht ganz verkehrt, aber man merkt schnell, dass man damit nicht wirklich schön kolorieren kann, sondern mehr am Ausmalen ist.
Mein Tipp:
- erst überlegen, welche Motive Du überwiegend kolorieren möchtest, z.B. Blumen & Co.
- aus dieser Überlegung eine Farbrichtung bestimmen, z.B. Rosa-Pink-Lila-Töne und ggf. etwas grün für die Blätter
- für jeden Farbton (pink – lila – grün) drei Farbstifte auswählen, die sich ergänzen, also: rosa – pink – cyclam (dunkelpink) bzw. hellgrün – grün – dunkelgrün
- tada! Mit dieser Farbauswahl kannst Du sehr viele Blumen, Blüten, Blätter und Gräser im Farbverlauf kolorieren
- natürlich kannst Du alle Farben auch einzeln und für andere Motive verwenden
- nach und nach kannst Du Dir so eine Farbpalette aufbauen, die genau Deinen Stil treffen
Kolorieren statt ausmalen
Du hast die Stifte, Du hast weißes Papier, Du hast ein Stempelmotiv abgestempelt und fängst begeistert an, Farbe aufzutragen, aber – es sieht einfach nicht schön aus. Man sieht Striche, die Farben vermischen sich nicht, das Papier ribbelt sich auf und über’s Motiv hast Du auch hinaus gemalt.
Was ist passiert?
Zum Einen: es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Das heisst: ein bisschen Üben muss man schon.
ABER: meist liegt es am falschen Papier und an der falschen Herangehensweise.
Die 5 besten Tipps für gutes Gelingen
Dünnes Kopierpapier ist ganz schlecht. Einfacher Cardstock ist suboptimal, wenn Du die Farben für Farbverläufe verblenden willst.
Perfekt: Aquarellpapier! Es muss nicht besonders hochwertig oder teuer sein – wichtig ist, dass es glatt genug ist, dass das Stempelmotiv sauber abgestempelt werden kann.
Übrigens: auch zum Ausprobieren oder nur einfach rummalen: nimm Aquarellpapier – der Unterschied ist gravierend!
Beim Kolorieren von Motiven gibt es zwei Varianten wie Du vorgehen kannst – probier einfach aus, welche Dir mehr liegt oder besser zum Motiv passt.
Variante 1 mit einer Farbe: den Rand des Motivs mit dem dunkelsten Farbton ganz dünn anmalen und sofort mit einem Wassertankpinsel die Farbe bis zur Hälfte der noch freien Fläche ziehen. Pinsel sauber machen und die Farbe von der Fläche, die etwas heller ist, auf die noch ganz freie Fläche ziehen.
Unbedingt vermeiden: wieder vom dunklen Rand aus anzufangen
Variante 2 mit mehreren Farbtönen: das gesamte Motiv mit der hellsten Farbe ausmalen. Die Innenfläche so lassen und nach aussen hin mit der mittleren Farbe übermalen. Zum Schluß mit der dunkelsten Farbe ganz am Rand vorsichtig malen.
Achtung: wenn die vorige Farbe noch sehr feucht ist, dann verlaufen die Farben stärker. Wenn sie zu trocken sind, vermischen sich sich schlechter.
Die Farben hellen sich durch Verwendung von Wasser auf – besser vorher auf Schmierpapier austesten, ob die verdünnte Farbe noch der Wunschfarbe entspricht und im Zweifel einen Farbton dunkler verwenden.

Für Farbverläufe am Besten im Verlauf des Farbrades vorgehen und dran denken:
- rot und blau gibt lila
- blau und gelb gibt grün
- gelb und rot ergibt orang
Blender vs. Wassertankpinsel vs. Pinsel
Alle drei funktionieren. Ich finde: es ist Geschmackssache. Ich persönlich liebe den Wassertankpinsel, weil ich gerne einen leichten Aquarelleffekt erzielen möchte und ihn praktischer finde, als einen „normalen“ Pinsel, den ich immer wieder auswaschen muss. Zudem kann ich mit dem Wassertankpinsel dosierter Wasser abgeben. UND ich habe kein Wasserglas am Tisch stehen, das gerne mal umfällt.
Der Blender wiederum hat den Vorteil, dass er noch weniger feucht ist, als Pinsel&Wasser und somit die Farben weniger verwässert.
Mischen von Farben mit Farbe bzw. mit Wasser
Es gibt mehrere Möglichkeiten, Farbverläufe mit den Clean Color Real Brush zu erzielen. Ob nun aufgehellt durch Wasser oder tolle Farbverläufe mit anderen Farben.
Der Klassiker:
mit dem Stift direkt auf Papier malen und mit dem Blender-Stift oder einem Wassertankpinsel verblenden. Die Farbe wird dabei aufgehellt.
Die Aquarell-Variante:
Farbe vom Stift auf eine Palette (oder behelfsmässig einen Acrylblock) aufscribbeln und mit einem Wassertankpinsel die Farbe abnehmen und auf’s Motiv malen. Das Ergebnis: sehr helle zarte Farben.
Weitere Varianten
Bonusideen
- Gummistempel kann man mit den Farben anmalen, kurz anhauchen und abstempeln oder – für den Aquarelleffekt – ganz leicht mit Wasser besprühen und abstempeln
- der schnelle Hintergrund mit Farbverlauf: einen Acrylblock mit Farbe anmalen, mit wenig Wasser besprühen und auf’s Papier abdrücken
- noch besser geht die Hintergrund-Variante mit Farbe auf Folie (z.B. eine alte Verpackung): Farbe drauf malen, mit Wasser besprühen und auf’s Papier abwälzen – gerne mehrmals an verschiedenen Stellen. Danach ggf. mit einer Kücherolle aus Papier die überschüssige Feuchtigkeit aufnehmen und alles gut trocknen lassen
- für Highlights auf Deinem kolorierten Motiv kannst Du nach dem Trocknen feine Linien oder Punkte mit einem weißen Gelstift setzen
Farbkarte zum Ankreuzen bzw. selbst gestalten
Hier haben wir zwei Farbkarten im PDF-Format für Dich zum Download:
- eine Übersicht über alle Farben mit ausgefüllten Farbfeldern – ideal, wenn Du markieren möchtest, welche Farben Du bereits besitzt.
Hinweis: die Farben können von den echten Farben abweichen, da diese immer abhängig von Deinem Drucker bzw. Bildschirm sind. - Eine Farbübersicht mit leeren Felder und allen Farbnummern – hier kannst Du Dir Deine eigene Übersicht anlegen und Du siehst sofort, wie die Farben rauskommen und welche Dir noch fehlen.


