Wer kennt sie nicht, die Gelstifte, die es in so vielen Farben und Schriftbreiten gibt. Und wer kennt nicht die Probleme, die sie manchmal verursachen und die dazu führen, dass man die Stifte frustriert in den Müll wirdt.
Wir haben ein paar Tipps für Dich - sowohl für das Aufbewahren als auch das Schreiben an und für sich, die mir sehr geholfen haben und dazu führen, dass ich eine ganze Schublade voller (funktionierender) Gelstifte habe, die ich immer wieder gerne einsetze.
Der wichtigste Tipp: Gel-Tinten müssen vor Luft geschützt werden, sonst trocknen sie bei längerem Kontakt mit Luft in der Spitze/Kugelkammer ein. Das heisst: nach dem Schreiben immer sofort die Kappe wieder aufsetzen!
Beim Kauf ist so ein kleiner Silikontropfen oben drauf - der schützt optimal vor dem Austrocknen, ist aber beim Benutzen eher lästig. Ich entsorge diese Stöpsel beim ersten Nutzen und akzeptiere, dass dann etwas mehr Luft an die Spitze kommt.
Wie kann ich die Haltbarkeit verlängern? Wie bei allen Stiften: licht- und wärmegeschützt aufbewahren. Vor Sonneneinstrahlung schützen.
Ob Du sie liegend oder stehend aufbewahrst, ist relativ egal. Ich persönlich habe meine Gelstifte alle in einer kleinen Schublade, also liegend. Wenn Du sie in ein Glas stellst (und länger nicht benutzt), dann kann sich die Tinte am Ende des Stiftes sammeln. Drehst Du den Stift um und stellst in kopfüber ins Glas, dann kann es passieren, dass die Tinte vorne rausfliesst - und das willst Du nicht. Und auf keinen Fall ins Glas fallen lassen! Dann können sich Luftblasen im Tintentank bilden, die den Tintenflussstören.
Mein Tipp: liegend aufbewahren.
Manche Stifte haben eine kleine Kugel im Tintentank - diese immer vor dem Benutzen schütteln. Und immer vor dem echten Einsatz auf Deinem Werk auf einem Schmierpapier ein bisschen anschreiben, um sicherzustellen, dass die Tinte gut fliesst.
Der ultimative Tipp für einen guten Tintenfluss: lang-sam schreiben! Gib der Tinte eine Chance, um das Kügelchen in der Schreibspitze herum zu fliessen. Weder festes Aufdrücken noch schütteln hilft - was hilft ist, den Stift anzusetzen, kurz zu warten, bis die Tinte fliesst und dann langsam und stetig zu schreiben, zu doodlen, Punkte zu setzen - was auch immer.
Und wenn der Stift gar nicht mehr schreibt?
Die beste Methode, um zu sehen, ob ein Gel-Stift wiederbelebt werden kann, ist, mit der Stiftspitze in Kreisen zu kritzeln und/oder fest auf ein Blatt Papier zu klopfen. Durch die Bewegung rollt die Spitze (Kugel) und die Gel-Tinte wird in die Kammer der Kugelspitze gezogen. Es braucht vielleicht ein paar Versuche, aber es kann helfen, den Stift wiederzubeleben. Es gibt jedoch keine Garantie, dass der Stift dadurch wieder in Gang kommt.
Auf keinen Fall machen: Erhitzen einer Gel.Stift-Spitze oder Schütteln des Stiftes, Das wird das Problem einer verstopften Feder nicht beheben. Diese Technik funktioniert nur bei Kugelschreibern auf Ölbasis.
Wenn die Tinte an der Spitze angetrocknet ist, dann kann es auch helfen, auf einem feuchten Tuch die getrocknete Tinte anzulösen und zu entfernen. Danach wie oben beschrieben vorgehen.
Noch ein Tipp: wenn Dir der erste Farbauftrag zu dünn oder nicht deckend genug ist, dann lasse den Farbauftrag komplett trocknen, bevor Du vorsichtig ein zweites Mal drüber gehst. So kannst Du kleine Lücken schließen oder - in Falle von weisser Farbe bspw. - die Deckkraft erhöhen.
Tipps zur Verwendung: ich liebe die weißen Gelstifte zum Akzentuieren von gestempelten Motiven. Z.B. Lichtreflexe lassen sich dadurch darstellen oder Punkte setzen. Die schwarzen Stifte sind toll für feine Rahmen mit einer leicht glänzenden Oberfläche oder für zusätzliche Struktur auf Flächen.
Ich hoffe, diese Tipps motivieren Dich, Deinen Gelstiften eine 2. Chance zu geben und sie häufiger einzusetzen.